Liebe Gäste,
herzlich Willkommen im Gasthaus Barthels Hof, einem Stück lebendig gebliebener Messegeschichte. Tradition hat dieser erste und einzig erhaltene der großen barocken Durchgangshöfe mehr als genug. Gelegen im historischen Dreieck zwischen Altem Rathaus, Alter Waage, Marktplatz und Hainstraße. Diese ist eine der ältesten Straßen Leipzigs, die ihren Namen durch den nördlichen angrenzenden Hain, dem heutigen Rosenthal, erhielt.
Erster Besitzer des Gasthauses war vor fast 500 Jahren Hanns Tollhardt, der unserem Zechgewölbe den Namen gab und welcher bereits um 1497 eine Brauküche betrieb.
Name und Anlage des Hofes, wie er sich heue bietet, gehen auf den Kramermeister und Leipziger Stadthauptmann Gottfried Barthel zurück. Hinter dem 1523 entstandenen Haus "Zur Goldenen Schlange" wurde 1750 die gesamte Grundstücksfläche bis zur Kleinen Fleischergasse als großzügiger "Messedurchhof" neu errichtet. Durch den Ankauf zweier Nachbargrundstücke war so unter Einbeziehung von Webers Hof der Durchbruch zur Kleinen Fleischergasse möglich. Als der junge Goethe 1765 nach Leipzig kam, beeindruckte ihn das Gebäude derart, daß er später schrieb: "... Leipzig ruft dem Beschauer keine altertümliche Zeit zurück ... Jedoch ganz nach meinem Sinn waren die mir ungeheuer scheinenden Gebäude, die, nach zwei Straßen ihr Gesicht wendend, in großen, himmelhoch umbauten Hofräumen eine bürgerliche Welt umfassend, großen Burgen, ja Halbstädten ähnlich sind." Seine Eindrücke verarbeitete der Dichterfürst, der ja weltlichen Genüssen gegenüber äußerst aufgeschlossen war, in Barthels Weinschänke, in der die Handelstreibenden sich von ihren Geschäften ausruhten und wo abends in geselliger Runde der Trinkbecher reihum ging.
Die Leipziger Messe, die älteste Warenmesse Deutschlands, gewann Mitte des 18. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung und überholte auch die Frankfurter Konkurrenz. Somit wuchs die Bedeutung des Gebäudes und mit ihm die des Gasthauses. Große Männer labten sich in den Gewölben von "Barthels Weinschänke" an Speis und Trank, Dichter und Komponisten erlebten hier die schönen Stunden, die sie später in ihren Werken beschrieben, und Kaufleute handelten Verträge aus und begossen ihre Geschäfte mit einem edlen Tropfen aus den Kellern des Hauses.
Das blieb auch später so, als der Kaufmann Carl Friedrich Weber seine "Speisestuben" betrieb. Wenn die Händler ihre Waren in den Speichern abgeladen und die Pferde ausgespannt hatten, erholten sie sich bei sächsischer Kost und Erfrischungen.
An diese Traditionen wollen wir anknüpfen. Die ganze Vielfalt der sächsischen Küche wollen wir unseren Gästen nahebringen. Gerichte aus Sachsen bieten nicht nur Gehaltvolles, sondern vor allem auch Leichtes wie das berühmte Leipziger Allerlei, welches sich darüber hinaus auch noch durch seine Frische auszeichnet. So bieten wir Ihnen Sächsisches in der besten Tradition. Wir haben alte Rezepte hervorgekramt, das eine oder andere verändert, einiges im Original übernommen. Schonende Garverfahren finden Anwendung, bei denen die typisch sächsischen Speisen in nichts an ihrem kräftig würzigem Geschmack verlieren. Bei der Frische der angebotenen Speisen, von der Nudel bis zum Braten, machen wir keine Kompromisse. So stellt die Verknüpfung traditioneller sächsischer und junger leichter Küche für uns eine interessante Aufgabe mit vielen Lösungen dar.
Nicht zuletzt herzlichen Dank sagen wir als Leipziger denjenigen, die dieses Denkmal unserer Heimatstadt zurückgegeben haben und unseren treuen Stammgästen mit denen wir schon viele schöne gemeinsame Stunden verbracht haben.
Lehnen Sie sich nun zurück, entspannen und genießen Sie! Eine gute Zeit bei uns wünschen
Inhaber Familie Albrecht & Axel Thier
sowie alle um Ihr Wohl besorgte Mitarbeiter






















